Stellungnahme 2006

Das IQWiG ist in seinem Bericht, wie schon bei Typ 2, zu dem Ergebnis gekommen das kurzwirksame Insulinanaloga keinen Vorteil gegenüber Humaninsulin hat.

Daraufhin haben wir eine Stellungnahme im Name von Diabetes-Teens verfasst (siehe Anhang) und ans IQWiG gesendet. Im Anschluss haben wir eine Einladung zur wissenschaftlichen Erörterung im Bezug auf unsere Stellungnahme erhalten. Leider konnte wir an dieser nicht teilnehmen.

Dazu verschiedene Pressemitteilungen:
http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2006/061116b.html
http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2006/061116d.html
http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2006/061117.html


Abschlussbericht

Abschließen wurde der Abschlussbericht erstellt mit folgendem Fazit:

7 FAZIT
Erwachsene Patienten

Der Nutzen von Insulin Aspart im Vergleich mit Humaninsulin bei erwachsenen Patienten ist auf Grund fehlender oder mangelhafter Daten unklar und ein Zusatznutzen damit nicht belegt.

Bei Patienten, bei denen nicht ein über das übliche Maß hinaus erhöhtes Hypoglykämierisiko besteht, liefern die Studien zu Insulin Lispro in der Gesamtschau ähnliche Ergebnisse im Vergleich zu Humaninsulin. Für Patienten mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Hypoglykämien ist auf Grundlage der vorliegenden Daten unklar, ob Insulin Lispro einen
Zusatznutzen hat.

Wegen fehlender Daten gibt es keinen Beleg für einen Zusatznutzen von Insulin Glulisin gegenüber Humaninsulin.

Es gibt einen Hinweis für einen Zusatznutzen von Insulin Lispro gegenüber Insulin Glulisin. Dieser Hinweis beruht ausschließlich auf einer geringeren Rate schwerwiegender nächtlicher Hypoglykämien unter Insulin Lispro, die in einer Studie beobachtet wurde. Weitere direkte Vergleichsstudien zwischen 2 kurzwirksamen Insulinanaloga lagen nicht vor.

Der Nutzen der Insulinanaloga für die Insulinpumpentherapie ist unklar. Es liegen lediglich Kurzzeitstudien vor, anhand derer der patientenrelevante Nutzen der Insulinanaloga bei einer langfristigen Anwendung nicht bewertet werden kann.

Kinder und Jugendliche

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sind von den kurzwirksamen Insulinanaloga lediglich Insulin Aspart und Insulin Lispro zugelassen. Der Nutzen dieser beiden Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen ist unklar.

Es liegen lediglich Kurzzeitstudien vollständig publiziert vor, anhand derer der patientenrelevante Nutzen der Insulinanaloga bei einer langfristigen Anwendung nicht bewertet werden kann. Für Kinder und Jugendliche wurden auch Langzeitstudien identifiziert, die allerdings auf Grund fehlender vollständiger Publikationen sowie nicht zur Verfügung gestellter Daten seitens des Sponsors dieser Langzeitstudien (Novo Nordisk) nicht in die Nutzenbewertung eingeschlossen werden konnten. Derzeit können daher keine abschließenden Aussagen in Bezug auf den Nutzen der Insulinanaloga für Kinder und Jugendliche gemacht werden.

Dies gilt auch für eine Anwendung im Rahmen einer Insulinpumpentherapie.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.
Kurzwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1. Abschlussbericht A05-02. Köln: IQWiG; 2007.
Zum gesamzen Abslussbericht: http://www.iqwig.de/index.449.html


und bei Typ 2:

Etwas früher lief auch eine Untersuchung zu den kurzwirksamen Insulinanaloga bei Typ 2.
Dazu findet sich auf DiabSite.de eine sehr schöne Zusammenfassung:
http://www.diabsite.de/diabetes-weblog/2006/10/02/

Im Anschluss wurden Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Insulinherstellern ausgehandelt, so dass die Insulinanaloga weiterhin verordnungsfähig blieben.